|
Die Welt “unter Wasser” begeistert und
fasziniert den Menschen seit jeher. Schon als Kinder
haben uns die Gewässer verzaubert, ob wir nun am Ufer
eines Bache s, eines Flusses, eines Teiches
oder auch nur am Rande einer Pfütze standen. Durch die
mehr oder minder bewegte Wasseroberfläche blickten wir
in rätselhafte Tiefen, beobachteten Mückenlarven,
Molche, Stichlinge, Wasserschnecken oder Kaulquappen.
Unsere Zeit, bestimmt von Maschinen und Terminen,
erfüllt von Lärm und Hast, braucht dringend
Gegengewichte der Ruhe und Entspannung.
Das Aquarium bringt uns hier ein Stück Natur ins Haus,
ermöglicht uns stille Beobachtungen an Lebewesen -
Pflanzen wie Tieren, es erhält die Beziehungen zwischen
dem unsensiblen, rastlosen Menschen und der Natur.
Dennoch ist die Aquaristik kein “neues Hobby”. Schon die
alten Ägypter und der Aztekenfürst Montezuma sollen, der
Überlieferung nach, Fische in Behältern untergebracht
haben. Auch im alten Rom wurden Fische gehalten,
allerdings nicht zur Zierde in den Wohnungen sondern zu
Speisezwecken in Teichen. Als die eigentlichen Väter der
Aquaristik gelten jedoch die Chinesen. Bereits vor rund
1000 Jahren züchteten sie aus einem nahen Verwandten der
Karausche, dem Giebel, die ersten Goldfische heraus.
Diese ersten “Aquarienfische” wurden am kaiserlichen Hof
in Gefäßen aus Porzellan, den sogenannten Drachenkübeln,
gehalten. Dem Goldfisch gebührt somit die Ehre, der
erste “echte” Aquarienfisch zu sein. Er war es angeblich
auch, der Anfang des 16. Jahrhunderts zuerst in einem
europäischen Glasbehälter schwamm.
Die wohl erste wirklich bedeutende Veröffentlichung über
Aquaristik - die Bezeichnung “Aquaristik” gab es damals
allerdings noch nicht - erschien im Jahre 1856 in der
Familienzeitschrift “Die Gartenlaube”. Emil Adolf
Roßmäßler (geb. am 3. März 1806, gest. am 9. April 1867)
schrieb dort seinen Artikel “Der See im Glase”.
Roßmäßler gilt heute als der Vater der Aquaristik in
Deutschland.
Roßmäßler und seine Zeitgenossen beschäftigten sich
seinerzeit noch ausschließlich mit der Pflege
“heimatlicher Kaltwasseraquarien” - auch bei Einsatz
heutiger, moderner technischer Hilfsmittel sicherlich
immer noch ein sehr schwieriger Aquarientyp. Zum
“Volkshobby” wurde die Aquaristik dann durch die
Einführung kleinwüchsiger, farblich reizvoller
tropischer Warmwasserfische die sich gut halten und auch
im Aquarium vermehren ließen. Die, sich stetig
weiterentwickelnde, bald narrensichere (?),
Aquarientechnik verhalf der Aquaristik schließlich
endgültig zum Durchbruch und ihrer weltweiten
Verbreitung.
Fische gehören heute zu den am häufigsten in Haus
und Heim gepflegten Tieren.
|